Ein Roman über Pseudowissenschaft
und kritisches Denken
Ulli Gerer
Ware Hoffnung
Podcast

WH08 Energie

Do, 01.01.2026

Energie steht für Fortschritt, Unabhängigkeit und Zukunft. Wer neue Energie verspricht, verspricht meist mehr als nur eine technische Lösung. Genau deshalb ist der Energiesektor ein besonders fruchtbarer Boden für überzogene Erwartungen, unscharfe Begriffe und pseudowissenschaftliche Geschäftsmodelle.

In dieser Folge steht das achte Kapitel des Romans im Mittelpunkt. Der Protagonist Ricardo Torres präsentiert seinem Team erste Ergebnisse seiner Recherchen und erklärt, warum er sich bei der Suche nach Investitionsobjekten auf den Energiesektor konzentriert. Es geht um etablierte Energieformen, Effizienz, Speicherung und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Keine Wunder, keine Abkürzungen, keine großen Versprechen.

Genau von diesem realistischen Ausgangspunkt aus zeigt die Folge, wie leicht der Übergang in problematische Bereiche gelingt. Begriffe wie „Freie Energie“, „Nullpunktenergie“ oder „Raumenergie“ klingen wissenschaftlich, bleiben aber oft unbestimmt. Anhand des bekannten Falls John Bedini wird erläutert, warum funktionierende Geräte und sichtbare Effekte überzeugen können, auch wenn der entscheidende Nachweis fehlt.

Die Folge erklärt, warum Bewegung kein Beweis ist, wie Beweisführung verschoben wird, weshalb akademische Formen Vertrauen erzeugen können und welche Denkfehler dabei eine Rolle spielen. Dabei geht es nicht um Schuldzuweisungen, sondern um Muster. Ziel ist es, Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sich Energieversprechen kritisch einordnen lassen – auch ohne Physikstudium.

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WH06 Trickser

Do, 18.12.2025

Kapitel 6 des Romans ist ein Übergangskapitel. Es gibt kaum äußere Handlung, dafür einen Blick in Ricardos Gedanken. Er merkt, dass reines Fachwissen nicht mehr reicht. Die Versprechen werden größer, die Themen komplexer, die Verantwortung schwerer. Er braucht ein neues Werkzeug, um Entscheidungen treffen zu können, obwohl ihm wichtige Informationen fehlen.

In dieser Folge greife ich diese Situation auf und nutze sie, um grundsätzlicher zu werden:
Warum ist der Energiesektor besonders anfällig für Trickser? Welche Rolle spielt Kommunikation bei Täuschungen? Und woran lässt sich erkennen, ob jemand ein Projekt erklärt oder eine Geschichte verkauft?

Anhand realer Fälle aus dem Energie- und Technologiebereich geht es um große Versprechen, professionelle Inszenierung und die Frage, wann aus Irrtum Täuschung wird. Dabei geht es nicht um Schuldzuweisungen, sondern um Muster: Wie reden Trickser? Wo treten sie auf? Und warum wirken selbst offensichtliche Unmöglichkeiten manchmal überzeugend?

Wie sieht es im umgekehrten Fall aus, wenn eine Technologie zunächst wie ein Wunder klingt, sich dann aber doch als seriöse Wissenschaft herausstellt?

Wenn es wichtig wird, Realität und Erzählung zu unterscheiden, kommen Werkzeuge des klassischen Debunking ins Spiel. Eines davon stelle ich heute vor.

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