Ein Roman über Pseudowissenschaft
und kritisches Denken
Ulli Gerer
Ware Hoffnung
Podcast

Die Maschine, die nie lief – und warum man trotzdem an sie glauben wollte. TL;DR zu Folge WH15 „Auftrag“

Do, 19.02.2026

Im Romankapitel „Auftrag“ steht diesmal nicht der Erfinder im Vordergrund, sondern Alexander Weier, der für Gerd Olaf Wagner die passende Fassade baut. Alte Berichte verschwinden aus dem Netz, problematische Spuren werden getilgt, neue Webseiten, Pressebilder und sorgfältig formulierte Texte erzeugen das Bild eines erfolgreichen Visionärs. Genau darin liegt die Pointe dieses Kapitels: Noch bevor es um Technik geht, wird erst einmal Glaubwürdigkeit produziert. Die angebliche Energie aus dem Kosmos erscheint nicht durch Belege plausibel, sondern durch Reputationsmanagement, Nobelpreisnähe, große Namen, moderne Grafiken und professionell vorbereitete Antworten auf kritische Fragen. So zeigt das Kapitel sehr klar, dass viele pseudowissenschaftliche Projekte nicht mit einer funktionierenden Erfindung beginnen, sondern mit einer Erzählung, die Vertrauen erzeugen soll.

Die Podcast-Folge springt danach in einen realen Fall, der mehr als hundert Jahre alt ist und trotzdem erstaunlich modern wirkt. Garabed Giragossian behauptete ab 1918 in den USA, eine Methode gefunden zu haben, „Energie ohne Grenzen“ nutzbar zu machen. Was genau diese Maschine tun oder wie sie funktionieren sollte, blieb lange unklar. Das hinderte jedoch weder Politiker noch Teile der Presse daran, sich von der Idee begeistern zu lassen. Die Versprechen waren gewaltig: billigere Transporte, weniger Kriegsaufwand, mehr Dünger, mehr Elektrizität, weniger Elend. Giragossian bot also nicht einfach eine technische Neuerung an, sondern eine Erlösungserzählung. Genau das machte ihn für den Kongress attraktiv.

Auffällig an diesem Fall ist, dass die Diskussion von Anfang an kaum technisch geführt wurde. Statt physikalischer Erklärungen gab es Empfehlungsschreiben, moralische Appelle, patriotische Rhetorik und die Versicherung, man habe nichts zu verlieren und alles zu gewinnen. Giragossian präsentierte sich als ehrlicher, aufopferungsvoller Erfinder, der nur zum Wohl der Menschheit handle und vor Patentdieben geschützt werden müsse. Die eigentliche Frage, ob die Maschine überhaupt existiert und funktionieren kann, trat dabei in den Hintergrund. Als schließlich Fachleute hinzugezogen wurden, zeigte sich schnell, dass kein funktionierendes Gerät vorlag. Später wurde klar, dass Giragossian einen simplen Denkfehler gemacht hatte: Er verwechselte Energie, Leistung und Kraft und deutete die kurzfristige Wirkung eines angedrehten Schwungrads als Hinweis auf eine grenzenlose Energiequelle. Damit war die technische Grundlage im Prinzip erledigt, politisch lief die Geschichte aber noch jahrelang weiter.

Die Folge arbeitet weiterhin heraus, warum diese Geschichte trotz klarer Widerlegung so langlebig blieb. Der Satz aus einem damaligen Bericht, man habe „nichts zu verlieren und alles zu gewinnen“, wirkt zunächst vernünftig, folgt aber einer gefährlichen Logik. Er erinnert stark an die Pascalsche Wette: Wenn der mögliche Gewinn unendlich groß erscheint, verlieren Wahrscheinlichkeiten an Bedeutung. Dann genügt schon die bloße Möglichkeit eines Wunders, um alle Einwände klein wirken zu lassen. Auf Giragossian übertragen heißt das: Wenn seine Maschine tatsächlich funktionieren würde, wäre der Nutzen gigantisch. Also erscheint es fast unverantwortlich, sie nicht zu unterstützen. Dass die Wahrscheinlichkeit extrem klein und die technische Grundlage bereits widerlegt war, verschwindet hinter der Größe des erhofften Gewinns.

Hier wird deutlich, dass Glaube an eine sensationelle Technologie nicht nur aus Dummheit oder Naivität entsteht. Oft reicht schon die Kombination aus Hoffnung, moralischem Druck und einem scheinbar geringen Einsatz. Sobald eine Geschichte groß genug klingt, wird sie politisch, psychologisch und sozial attraktiv. Der reale Schaden liegt dann nicht nur in Geld oder Zeit, sondern auch in der Verzerrung dessen, was als plausibel gilt.


Fehlschluss der Woche: Emotionsappell

Zum Schluss benennt die Folge den passenden Fehlschluss: den Emotionsappell. Dabei werden Gefühle gezielt angesprochen, um Zustimmung zu erzeugen, während Belege fehlen oder in den Hintergrund gedrängt werden. Im Fall Giragossian lief das über Hoffnung, Mitleid, Patriotismus, Verantwortungsgefühl und die Aussicht auf eine bessere Zukunft für alle. Das ist rhetorisch wirksam, sagt aber nichts darüber aus, ob die behauptete Maschine tatsächlich funktioniert. Hoffnung verändert keine Energiebilanz. Pathos ersetzt keine Physik.


Die wichtigsten Punkte der Folge

  • Das Romankapitel zeigt, wie Glaubwürdigkeit künstlich hergestellt wird, bevor überhaupt über Technik gesprochen wird.
  • Garabed Giragossian bot dem US-Kongress ein grenzenloses Energieversprechen ohne belastbare technische Grundlage an.
  • Empfehlungsschreiben, Moral und patriotische Rhetorik ersetzten die sachliche Prüfung.
  • Die Logik hinter der Unterstützung ähnelt Pascals Wette: ein riesiger möglicher Gewinn verdrängt die Frage nach der Wahrscheinlichkeit.
  • Der Emotionsappell macht große Versprechen politisch und psychologisch attraktiv, auch wenn die Belege fehlen.

Diese Folge zeigt sehr deutlich, wie aus einem simplen Irrtum eine politische und mediale Großgeschichte werden kann, wenn Hoffnung, Moral und Wunschdenken stärker wirken als Physik.

WH15 Auftrag

Do, 19.02.2026

In dieser Folge geht es um einen Fall, der wie gemacht ist für Ware Hoffnung: Garabed T. K. Giragossian tritt 1918 in Washington auf und verspricht eine Maschine, die Energie ohne Grenzen liefern soll. Der Zeitpunkt ist perfekt gewählt. Im Krieg zählt jedes Prozent Logistik, jedes Schiff, jede Tonne Brennstoff. Aus einer technischen Behauptung wird damit ein politisches Risiko-Spiel: Wenn es stimmt, verändert es alles.

Wir rekonstruieren, wie Giragossian überhaupt in den Kongress gelangte, wer ihn stützte und warum Charakterzeugnisse zeitweise mehr Gewicht hatten als Spezifikationen. Dann folgt der Moment, an dem die Geschichte Bodenhaftung bekommt: die wissenschaftliche Prüfung, das Urteil und die anschließende öffentliche Einordnung der Konstruktion.

Das Thema verschwindet danach allerdings nicht, es wandert in Gesetzestexte, Amendments und Senatsberichte und taucht Jahre später erneut auf. Genau hier zeigt sich, wie Institutionen, Prestige und Präzedenzfragen eine Legende am Leben halten können.

Im Segment „Angewandter Zweifel“ nutzen wir Pascalsche Wette als Denkmodell für strategische Entscheidungen. Als „Fehlschluss der Woche“ folgt der Emotionsappell: Giragossians Rhetorik arbeitet mit Pflichtgefühl, Hoffnung und Verlustangst. Zum Abschluss schauen wir darauf, wie aus dem Fall bis heute Verschwörungsmythen entstehen, inklusive der typischen Unterdrückungs-Erzählung.

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Warum sich Bewegung wie Energie anfühlt – und trotzdem nichts beweist. TL;DR zu Folge WH08 „Energie“

Do, 01.01.2026

Energie wirkt abstrakt. Man sieht sie nicht, man misst sie indirekt, und gleichzeitig hängt enorm viel von ihr ab. Genau diese Mischung macht den Energiesektor zu einem idealen Feld für große Versprechen. In dieser Folge zeigt sich, wie leicht sich aus realen Effekten überzeugende Geschichten formen lassen.

Ein zentraler Begriff dabei ist „freie Energie“. Er klingt technisch, hat in diesem Kontext aber keine klare Bedeutung. Statt konkreter Quellen und Mechanismen bleiben die Aussagen bewusst vage. Begriffe wie Raumenergie oder Nullpunktenergie erzeugen einen wissenschaftlichen Eindruck, ohne überprüfbar zu sein.

Ein besonders einflussreiches Beispiel ist der sogenannte Bedini-Motor. Das System wirkt zunächst plausibel: ein rotierendes Rad, Spulen, Magneten, Impulse. Zwei Batterien, von denen eine scheinbar geladen wird, während das System läuft. Beobachtbar sind reale Effekte – Bewegung, Spannungsspitzen, messbare Veränderungen. Spannung wird als Hinweis auf Energiegewinn interpretiert. Tatsächlich lässt sich daraus allein keine Aussage über den Energiegehalt ableiten. Batterien zeigen nach Impulsbelastung bekannte Effekte wie kurzfristige Erholung oder Spannungsanstieg, ohne dass zusätzliche Energie entstanden ist.

Was fehlt, ist die vollständige Energiebilanz. Entscheidend wäre die Frage, wie viel Energie in das System hineinfließt und wie viel sich wieder entnehmen lässt. Dafür braucht es eine kontrollierte Messung von Strom und Spannung über die Zeit. Genau diese Bilanz wird im Bedini-Umfeld systematisch vermieden.

Stattdessen verschiebt sich der Nachweis auf sichtbare Effekte: Das Rad dreht sich. Impulse sind messbar. Die Spannung steigt. Diese Beobachtungen wirken überzeugend, ersetzen aber keine Rechnung.

Ein weiterer Faktor ist die Mechanik des Systems. Das rotierende Rad macht Verluste sichtbar – Reibung, Luftwiderstand, Bewegung. Daraus entsteht intuitiv der Eindruck, dass mehr Energie vorhanden sein muss, als zugeführt wird. Ohne vollständige Bilanz bleibt das eine Annahme. Hinzu kommt ein stabilisierendes Muster: Funktioniert ein Aufbau, gilt das als Bestätigung. Funktioniert er nicht, liegt es an Details der Umsetzung. Damit entsteht ein System, das sich selbst bestätigt. Erfolg wird gewertet, Misserfolg erklärt. Die Grundannahme bleibt unangetastet. Aus einem Experiment wird so ein dauerhaft offenes Projekt.

Im nächsten Schritt wird daraus ein Geschäftsmodell. Verkauft werden Bauanleitungen, Bausätze, Vorträge. Der Fokus liegt nicht auf einem nachgewiesenen Ergebnis, sondern auf dem Weg dorthin. Der entscheidende Durchbruch bleibt greifbar – und gleichzeitig immer knapp außer Reichweite.

Ein weiteres Element verstärkt den Eindruck von Glaubwürdigkeit: Veröffentlichungen mit akademischem Anschein. Tabellen, Diagramme, DOI-Nummern und Universitätsbezüge vermitteln Seriosität. Entscheidend bleibt jedoch die unabhängige Überprüfung durch externe Fachleute. Ohne diese Prüfung bleibt der wissenschaftliche Eindruck formal. Die Folge zeigt damit ein wiederkehrendes Muster: Ein reales technisches System liefert beobachtbare Effekte. Diese Effekte werden interpretiert, aber nicht vollständig bilanziert. Aus der Lücke entsteht ein großes Versprechen.

Ein Denkfehler spielt dabei eine zentrale Rolle: die Illusion of explanatory depth. Einzelne Teile eines Systems lassen sich leicht beschreiben. Daraus entsteht der Eindruck, das Ganze verstanden zu haben. Die entscheidende Frage nach der Energiebilanz bleibt dabei unbeantwortet.


Die wichtigsten Punkte der Folge

  • Energieversprechen werden oft bewusst vage formuliert.
  • Sichtbare Effekte ersetzen häufig eine vollständige Energiebilanz.
  • Spannung ist kein Maß für gespeicherte Energie.
  • Systeme können sich selbst bestätigen, wenn Gegenbeweise fehlen.
  • Technische Begriffe und akademische Formen erzeugen Glaubwürdigkeit ohne Prüfung.

Die Folge zeigt, wie schnell aus Beobachtungen Überzeugungen werden. Bewegung wirkt überzeugend. Zahlen wirken kompliziert. Erst die vollständige Bilanz entscheidet, ob aus einem Effekt tatsächlich Erkenntnis wird.

WH08 Energie

Do, 01.01.2026

Energie steht für Fortschritt, Unabhängigkeit und Zukunft. Wer neue Energie verspricht, verspricht meist mehr als nur eine technische Lösung. Genau deshalb ist der Energiesektor ein besonders fruchtbarer Boden für überzogene Erwartungen, unscharfe Begriffe und pseudowissenschaftliche Geschäftsmodelle.

In dieser Folge steht das achte Kapitel des Romans im Mittelpunkt. Der Protagonist Ricardo Torres präsentiert seinem Team erste Ergebnisse seiner Recherchen und erklärt, warum er sich bei der Suche nach Investitionsobjekten auf den Energiesektor konzentriert. Es geht um etablierte Energieformen, Effizienz, Speicherung und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Keine Wunder, keine Abkürzungen, keine großen Versprechen.

Genau von diesem realistischen Ausgangspunkt aus zeigt die Folge, wie leicht der Übergang in problematische Bereiche gelingt. Begriffe wie „Freie Energie“, „Nullpunktenergie“ oder „Raumenergie“ klingen wissenschaftlich, bleiben aber oft unbestimmt. Anhand des bekannten Falls John Bedini wird erläutert, warum funktionierende Geräte und sichtbare Effekte überzeugen können, auch wenn der entscheidende Nachweis fehlt.

Die Folge erklärt, warum Bewegung kein Beweis ist, wie Beweisführung verschoben wird, weshalb akademische Formen Vertrauen erzeugen können und welche Denkfehler dabei eine Rolle spielen. Dabei geht es nicht um Schuldzuweisungen, sondern um Muster. Ziel ist es, Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sich Energieversprechen kritisch einordnen lassen – auch ohne Physikstudium.

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Trickser erkennen ohne Experte zu sein – Wie Kommunikation Täuschung verrät. TL;DR zu Folge WH06 „Trickser“

Do, 18.12.2025

In der sechsten Folge von Ware Hoffnung verschiebt sich der Fokus. Es geht weniger um einzelne spektakuläre Technologien, sondern um eine grundsätzliche Frage: Wie trifft man Entscheidungen, wenn man gar nicht alles verstehen kann? Die Romanfigur Ricardo steht genau an diesem Punkt. Er arbeitet sich durch immer mehr Informationen, merkt aber, dass vollständiges Verständnis unmöglich ist. Hinter jeder Antwort warten neue Fragen. Das Problem ist nicht Unwissen – sondern Überforderung. Genau hier beginnt kritisches Denken. Nicht als vollständiges Wissen, sondern als Umgang mit Unsicherheit. Wer Entscheidungen treffen muss, braucht Werkzeuge, die auch dann funktionieren, wenn Detailwissen fehlt. Solche Werkzeuge nennt man Heuristiken: einfache Regeln, die helfen, Plausibilität einzuschätzen.

Ein Beispiel ist Ockhams Rasiermesser: Wenn eine Behauptung nur funktioniert, wenn gleichzeitig alle bisherigen Erkenntnisse falsch sind, ist sie wahrscheinlich selbst das Problem. Ein anderes Kriterium: Lässt sich eine Aussage überhaupt überprüfen? Wenn sie sich weder testen noch widerlegen lässt, gehört sie nicht in die Wissenschaft, sondern in den Bereich der Behauptungen. Die Folge zeigt, dass Täuschung selten an der Technik zu erkennen ist. Entscheidend ist die Art der Kommunikation. Das wird anhand realer Fälle deutlich.

Beim PerendevMagnetmotor standen nicht Messwerte im Mittelpunkt, sondern Videos: dunkle Räume, eingeschränkte Sicht, keine unabhängige Prüfung. Wo Daten fehlen, tritt Inszenierung an ihre Stelle.

Im Fall der GFE Energy AG war die Strategie völlig anders. Keine mystischen Versprechen, sondern bodenständige Ansprache. Nähe, Vertrauen, vermeintlich solides Ingenieurwissen. Die Täuschung wirkte gerade deshalb glaubwürdig, weil sie nicht spektakulär war.

Theranos schließlich zeigt die extremste Form. Eine perfekte Inszenierung aus Design, Sprache und Autorität. Große Namen im Hintergrund, große Visionen im Vordergrund – und kaum überprüfbare Daten.

Diese Fälle wirken unterschiedlich, folgen aber demselben Prinzip:
Nicht die Technik überzeugt – sondern die Geschichte.

Ein wichtiger Punkt der Folge ist deshalb die Rolle der Kommunikation. Trickser verraten sich oft nicht durch das, was sie behaupten, sondern durch das, was sie vermeiden: überprüfbare Daten, offene Tests, kritische Diskussion. Gleichzeitig warnt die Folge vor einem einfachen Gegenschluss. Nicht alles, was ungewöhnlich klingt, ist automatisch falsch. Es gibt reale Technologien, die zunächst unglaublich wirkten – etwa Quantencomputer oder Supraleiter. Der Unterschied liegt nicht in der Idee, sondern in der Arbeitsweise: offene Forschung, überprüfbare Ergebnisse, nachvollziehbare Grenzen.

Die zentrale Heuristik lautet daher: Nicht alles Neue ist Betrug. Aber alles, was sich systematisch der Überprüfung entzieht, ist verdächtig.

Für Ricardo bedeutet das einen Wendepunkt. Er beginnt zu verstehen, dass er nicht alles wissen muss. Aber er kann lernen, Muster zu erkennen – besonders in der Art, wie über Technik gesprochen wird.


Die wichtigsten Punkte der Folge

  • Vollständiges Wissen ist oft unmöglich – Entscheidungen brauchen andere Werkzeuge.
  • Heuristiken helfen, Plausibilität einzuschätzen.
  • Täuschung zeigt sich häufig in der Kommunikation, nicht in der Technik.
  • Unterschiedliche Betrugsfälle nutzen unterschiedliche Inszenierungen.
  •  Der entscheidende Unterschied liegt in Überprüfbarkeit und Transparenz.

Die Folge markiert damit einen Übergang: Weg von einzelnen Geschichten hin zu den Werkzeugen, mit denen man sie verstehen kann.

Denn wer gelernt hat, auf das Wie zu achten, erkennt Täuschungen oft früher – lange bevor die Technik überhaupt eine Rolle spielt.

WH06 Trickser

Do, 18.12.2025

Kapitel 6 des Romans ist ein Übergangskapitel. Es gibt kaum äußere Handlung, dafür einen Blick in Ricardos Gedanken. Er merkt, dass reines Fachwissen nicht mehr reicht. Die Versprechen werden größer, die Themen komplexer, die Verantwortung schwerer. Er braucht ein neues Werkzeug, um Entscheidungen treffen zu können, obwohl ihm wichtige Informationen fehlen.

In dieser Folge greife ich diese Situation auf und nutze sie, um grundsätzlicher zu werden:
Warum ist der Energiesektor besonders anfällig für Trickser? Welche Rolle spielt Kommunikation bei Täuschungen? Und woran lässt sich erkennen, ob jemand ein Projekt erklärt oder eine Geschichte verkauft?

Anhand realer Fälle aus dem Energie- und Technologiebereich geht es um große Versprechen, professionelle Inszenierung und die Frage, wann aus Irrtum Täuschung wird. Dabei geht es nicht um Schuldzuweisungen, sondern um Muster: Wie reden Trickser? Wo treten sie auf? Und warum wirken selbst offensichtliche Unmöglichkeiten manchmal überzeugend?

Wie sieht es im umgekehrten Fall aus, wenn eine Technologie zunächst wie ein Wunder klingt, sich dann aber doch als seriöse Wissenschaft herausstellt?

Wenn es wichtig wird, Realität und Erzählung zu unterscheiden, kommen Werkzeuge des klassischen Debunking ins Spiel. Eines davon stelle ich heute vor.

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