Ein Roman über Pseudowissenschaft
und kritisches Denken
Ulli Gerer
Ware Hoffnung
Podcast

WH10 Zeit

Do, 15.01.2026

Wissenschaftlich-kritisches Denken ist kein Misstrauen gegenüber allem, sondern ein Werkzeug zur Orientierung. Es hilft, Behauptungen einzuordnen, ohne sich in Details zu verlieren, und Entscheidungen zu treffen, ohne sich auf Autoritäten oder Bauchgefühl verlassen zu müssen. Genau darum geht es in dieser Folge: Wie lässt sich in einer Welt voller professioneller Versprechen erkennen, was Substanz hat – und was nur gut inszeniert ist?

Diese Folge setzt genau dort an. Ausgangspunkt ist Kapitel 10 „Zeit“, in dem deutlich wird, dass Skepsis allein nicht ausreicht. Statt Misstrauen braucht es ein Werkzeug, mit dem sich Behauptungen einordnen lassen, ohne jedes Detail selbst prüfen zu müssen. Im Zentrum steht deshalb wissenschaftlich-kritisches Denken als alltagstaugliche Methode. Es geht um Fragen wie: Woher weiß ich das eigentlich? Was wäre ein Gegenbeleg? Wie hoch ist mein Risiko, wenn ich mich irre? Und warum Transparenz wichtiger ist als Vertrauen in Autoritäten.

Ein realer Fall, der als Vorlage für eine Romanfigur diente, zeigt, wie Pseudowissenschaft funktioniert. An seinem Beispiel wird sichtbar, wie eine alternative Realität durch Behauptungen, mediale Präsenz und die Umdeutung von Kritik entstehen kann und warum fehlende Belege dabei kein Hindernis sein müssen, solange Zweifel nicht zugelassen werden.

Zum Abschluss der Folge geht es um einen Denkfehler, der solche Fälle begünstigt: die falsche Ausgewogenheit. Warum es nicht fair, sondern irreführend sein kann, jeder Behauptung gleich viel Raum zu geben, und wie man diesen Fehlschluss erkennt und vermeidet.

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WH06 Trickser

Do, 18.12.2025

Kapitel 6 des Romans ist ein Übergangskapitel. Es gibt kaum äußere Handlung, dafür einen Blick in Ricardos Gedanken. Er merkt, dass reines Fachwissen nicht mehr reicht. Die Versprechen werden größer, die Themen komplexer, die Verantwortung schwerer. Er braucht ein neues Werkzeug, um Entscheidungen treffen zu können, obwohl ihm wichtige Informationen fehlen.

In dieser Folge greife ich diese Situation auf und nutze sie, um grundsätzlicher zu werden:
Warum ist der Energiesektor besonders anfällig für Trickser? Welche Rolle spielt Kommunikation bei Täuschungen? Und woran lässt sich erkennen, ob jemand ein Projekt erklärt oder eine Geschichte verkauft?

Anhand realer Fälle aus dem Energie- und Technologiebereich geht es um große Versprechen, professionelle Inszenierung und die Frage, wann aus Irrtum Täuschung wird. Dabei geht es nicht um Schuldzuweisungen, sondern um Muster: Wie reden Trickser? Wo treten sie auf? Und warum wirken selbst offensichtliche Unmöglichkeiten manchmal überzeugend?

Wie sieht es im umgekehrten Fall aus, wenn eine Technologie zunächst wie ein Wunder klingt, sich dann aber doch als seriöse Wissenschaft herausstellt?

Wenn es wichtig wird, Realität und Erzählung zu unterscheiden, kommen Werkzeuge des klassischen Debunking ins Spiel. Eines davon stelle ich heute vor.

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WH03 Sturm

Do, 27.11.2025

In der dritten Folge von Ware Hoffnung wird es stiller – und zugleich komplexer. Während draußen ein Herbststurm tobt, kämpft Ricardo Torres drinnen mit einem anderen Sturm: dem der widersprüchlichen Informationen. Er soll entscheiden, welche der vielen angeblich bahnbrechenden Technologien wirklich funktionieren und welche nur gut verkauft werden. Doch Ricardo ist kein Wissenschaftler. Er hat keinen Werkzeugkasten des kritischen Denkens, nur Neugier, Intuition, Erfahrung und das Bedürfnis, zum bestmöglichen Ergebnis zu gelangen.

In dieser Episode geht es darum, wie schwer es ist, Wahrheit von Täuschung zu unterscheiden, wenn alles glaubwürdig klingt. Wir sprechen über den Unterschied zwischen Wissenschaft und Pseudowissenschaft, über typische Warnzeichen und darüber, warum Irrtümer keine Schwäche sind, sondern die Grundlage von Erkenntnis. Außerdem gibt es einen Blick hinter die Kulissen eines aktuellen Falls: ein angeblich revolutionäres Gerät, das Energie aus dem Nichts erzeugen soll. Was steckt wirklich dahinter, und warum greifen Menschen nach solchen Versprechen?

„Sturm“ ist die erste Folge, in der Ricardos persönliche Zweifel im Mittelpunkt stehen. Sie markiert den Übergang von der Beobachtung zur Erkenntnis und zeigt, dass kritisches Denken nicht mit Wissen beginnt, sondern mit der Bereitschaft zu fragen: Was, wenn ich mich irre?

Links und Quellen: